Mega-Fossilkraftwerk in Enns geplant
In einer Schublade der Energie AG liegen Pläne für ein gigantisches fossiles Kraftwerk in der oberösterreichischen Klimabündnisgemeinde Enns.
2006 gründete die Energie AG(kurz EAG) eine Tochtergesellschaft namens „Energie AG Oberösterreich Kraftwerk Ennshafen GmbH“. Diese Kraftwerksgesellschaft besitzt im Ennshafen ein 177 000 Quadratmeter großes Grundstück, das laut Aussagen der EAG in diversen Medien für den Bau eines 900 Megawatt Kohle- und/oder Gaskraftwerkes vorgesehen ist.
Erneuerbare Energieträger statt Kohle und Gas
Ein fossiles Kraftwerk würde die Ennser und Ennserinnen massiv mit Feinstaub und Abgasen gelasten. Abgesehen davon hat sich Enns als Klimabündnisgemeinde verpflichtet, aus Klimaschutzgründen seinen CO2-Ausstoss zu reduzieren. Wenn schon ein Kraftwerk, dann eines, das erneuerbare Energie liefert, wie zum Beispiel ein Sonnen- oder Biomassekraftwerk.
Rechtzeitig die richtigen Weichen stellen
Noch liegen keine konkreten Pläne der EAG vor. „Wir sind bei diesem Projekt nicht unter Zeitdruck. Es gibt viele andere, mit denen wir auf Jahre beschäftigt sind. Das Projekt „Ennshafen“ ist für uns daher noch weit entfernt“, wird sie in den Medien zitiert. Und weiter: „Wir konzentrieren uns weder auf einen bestimmten Brennstoff noch schließen wir einen kategorisch aus, auch nicht Kohle. (…) Was das also für ein Projekt sein wird und welcher Brennstoff im tatsächlichen Fall eines Baus verwendet würde, überlegen wir uns erst, wenn es aktuell wird.“
Erfahrungen aus anderen Projekten zeigen, dass es meist zu spät ist, wenn die Pläne erstmal konkret sind. Umso wichtiger ist es, jetzt schon aktiv zu werden und gegen ein Fossilkraftwerk im Ennshafen aufzutreten. Dazu ist aber massive Unterstützung aus der Bevölkerung notwendig.
Unterschreiben Sie gegen ein Kohle- oder Gaskraftwerk in Enns.
Zahlen und Fakten
- 900 Megawatt könnten 270 000 weitere Haushalte mit Strom versorgen - das sind 47 Prozent aller oberösterreichischen Privathaushalte!
- Der Kohlendioxid (=CO2)-Ausstoss betrüge pro Jahr rund 3 900 000 Tonnen. Das ist soviel, wie 1 950 000 Mittelklasse-PKW (das sind 45 Prozent aller in Österreich zugelassenen PKW) bei einer Fahrleistung von 12 000 Kilometern jährlich ausstossen.
- Die Stadt Enns reduzierte vor zwei Jahren ihren CO2-Ausstoß bei gemeindeeigenen Gebäuden um knappe 700 Tonnen pro Jahr. Die Energiesparmaßnahmen unserer Klimabündnisgemeinde werden durch den Bau eines Kohlekraftwerkes völlig ad absurdum geführt.
- Vergleiche mit anderen Kohlekraftwerken in Österreich belegen, dass - trotz Filteranlagen - pro Jahr mehrere Tonnen Feinstaub, Schwefeldioxid, Stickoxide, Schwermetalle und andere Giftstoffe zu erwarten sind.
CO2-freies Kohlekraftwerk?
Es kursieren Aussagen, dass von Kraftwerken abgeschiedenes Kohlendioxid (CO2) im Boden gebunden werden kann, und so nicht in die Erdatmosphäre gelangt. Laut den Umweltorganisationen Greenpeace und GLOBAL2000 ist dies technisch ähnlich unausgereift und ungeklärt, wie die Frage nach der sicheren Endlagerung von Atommüll.
Genauer gesagt gibt es WELTWEIT keine einzige Anlage die bisher über den Status eines Forschungsprototypen hinaus im industriellen Umfeld eingesetzt wird. In Deutschland lobbyieren die Kraftwerksbetreiber bereits darauf, dass sie nur für eine Lagerungsdauer von 30 Jahren vorsorgen müssen. Aber was kommt wohl danach ?
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