Gasdampfkraftwerk Klagenfurt & Alternativen

Das derzeitige Fernheizwerk in Klagenfurt ist mehr als sanierungsbedürftig. Als Ersatz ist nun ein Gas-Dampfkraftwerk in Ebenthal geplant.

Negative Auswirkungen auf Gesundheit, CO2 Belastung, Klima, Energiebilanz, Richtlinien des Kyoto-Protokolls wurden beim Gutachten nicht berücksichtigt. Das GDK ist überdimensioniert, 6% der erzeugten Energie reichen aus, um Klagenfurt zu versorgen, die restliche Energie die erzeugt wird, soll teilweise nach Italien verkauft werden, da der Strompreis dort über dem österreichischem liegt. BZÖ, SPÖ und ÖVP beharren auf fossiler Energie, CO2-Belastung und Kostenexplosion werden nicht berücksichtigt, die Klagenfurter Bevölkerung wird übergangen, schädliche Auswirkungen auf Mensch, Natur und Klima werden nicht berücksichtigt. Klagenfurt braucht kein GDK sondern Fernwärme. Das GDK erzeugt Strom, Wärme ist nur ein Nebenprodukt des GDK, Fernwärme als Hauptprodukt wäre notwendig. Als Alternativen zur fossilen Energie wird erneuerbare Energie in Form von Strom aus Photovoltaik, Windkraftwerken, Geothermie und Biomasse vorgeschlagen. Die Grünen Kärnten sehen einen Mix aus erneuerbarer Energie als Lösung für Klagenfurt. Das Gutachten muss öffentlich gemacht werden, Transparenz wird gefordert.

Kritik am Gutachten:

  • Klimaschutz, Energiepreisentwicklung, Gasversorgung werden nicht berücksichtigt. Politische und wirtschaftliche Entwicklungen wie Klimawandel und Explosion von Öl- und Gaspreis wurde ignoriert. Laut E-Control wird der Erdgasimportpreis zwischen Okt. 2007 und Okt. 2008 um mehr als 60% ansteigen. Langfristig kommt Strom aus GDK teurer als der aus Ökostrom.
  • Die energiewirtschaftlichen Argumente für das GDK in Klagenfurt sind nicht stichhaltig. Es wird im Gutachten verabsäumt, eine Strombilanz für den Süden Österreichs zu liefern. Es wird nicht darauf eingegangen, dass der Bau des GDK die Stromerzeugung Kärntens um 40% steigern würde und wo die erzeugte Strommenge überhaupt abgesetzt werden soll. Der mögliche Wirkungsgrad des GDK von 90% wird an keinem einzigen Tag im Jahr erreicht, er schwankt zwischen 58-78%. Eine Verschlechterung der Effizienz ergibt sich durch den dezentralen Standort Klagenfurt Ost.
  • Sinnvolle Alternativen wurden nicht untersucht. Es wurden 2 überdimensionierte Biomassewerke geprüft. Die Kombination eines wesentlich kleineren Biomasse-Heizkraftwerks mit thermischer Leistung und einer kleinen Gasturbine zur Abdeckung von Lastspitzen könnte Klagenfurts Wärmeversorgung effizient verfolgen. Ein zentraler Standort, der durch seine geringeren Wärmeverluste eine geringere Dimensionierung ermöglicht hätte, wurde von vornherein ausgeschlossen. Indirekte nachteilige Effekte des GDK bleiben unberücksichtigt: Der Bau einer neuen Erdgaspipeline wird notwendig; eine Festlegung für ein neues Industrie- und Gewerbegebiet, das ein zusätzliches Verkehrs-, Lärm und Emissionsaufkommen hat wird nicht berücksichtigt.

Grüne Position:

  • Das GDK ist überdimensioniert (8-mal zu groß).
  • Die Gefahr besteht, dass Klagenfurt vernebelt wird. Die Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb spricht von einer Verdoppelung der Nebeltage für das Klagenfurter Becken durch das Verdampfen von 500 Tonnen Wasser pro Stunde.
  • Die Fernwärme soll in zwei Biomasse-Kraftwerken erzeugt werden, dadurch kann Geld und Energie gespart werden und die Wertschöpfung bleibt im Land, womit mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. Rohstoff und Know-How ist in Kärnten ausreichend vorhanden.
  • Die energiepolitische Leitlinie des Landes besagt, dass Kärnten aus der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern aussteigen soll, durch das GDK wird dem nicht entsprochen.

Bürgerinitiative Ebenthal:

  • „Politik des Verschweigens“ wird betrieben, da das Gutachten geheim gehalten werden soll. Die BürgerInnen sollen anhand von „Lockangeboten“ wie verbilligte Fernwärmeanschlüsse vom GDK überzeugt werden.
  • Das Gutachten ist lt. Gemeinde Ebenthal für eine fachlich korrekte Entscheidung ungeeignet.
  • Die Gemeinde hat ein neues Gutachten erstellen lassen, welches dem aktuellen Gutachten widerspricht. Laut dem Sachverständigen für Kraftwerkstechnik, Norbert Barthol, sei Kärnten „stromenergieautark“ und brache das Kraftwerk in der geplanten Große nicht. „Gegen eine kleinere Variante hat Ebenthal keine Vorbehalte.“
  • Kritik der Bürgerinitiative: Baugründe werden entwertet, erhöhte Stickoxid-Emissionen, hohe Wasseremissionen wodurch Nebelhäufigkeit steigt, beeinträchtigtes Landschaftsbild, hohe CO2 Emissionen, GDK ist überdimensioniert, Abhängigkeit von fossiler Energie, Raumordnungsrecht wurde missachtet, da die Gemeinde Ebenthal nicht das Verfahren einbezogen wurde, der Klimawandel wird nicht berücksichtigt.
  • Aufhebung des Raumordnungskonzeptes = Willkürakt und rechtswidrig. Sollte es nach Beschluss des Landes auch in der GR-Sitzung zur Flächenumwidmung kommen, wird seitens der BI Ebental der Verfassungsgerichtshof eingeschalten : Verfassungsgerichtshof : UVP : Umweltsenat

Position der Gutachtenbeauftragten:

  • Die von der Landesregierung beauftragten Gutachter haben verschiedene Typen und Größen des GDK überprüft und bewerten die Größe und Technik als notwendig, da Kärnten ein Stromimportland ist. Der steigende Energiebedarf kann somit längerfristig abgedeckt werden und diese Form der Energiegewinnung ist die effizienteste.
  • Es wurden 4 Standortzonen für das GDK überprüft: Grafenstein Ost und der Talbereich des Magdalensberges (keinesfalls geeignet), Grafenstein-West (mittelmäßige Eignung) und Klagenfurt Ost (beste Eignung). Faktoren der Infrastruktur, Erreichbarkeit und Versorgung wurden berücksichtigt.
  • Das GDK hat laut Gutachten nicht nur aus regionaler und nationaler energiewirtschaftlicher Sicht die größten Vorteile, sondern auch aus ökologischer. Feinstaub- und Stickoxidewerte werden gesenkt, indem das veraltete Kraftwerk geschlossen wird.

Sonstiges:

  • Andreas Wrabl, Klimaschutzbeauftragter des Bundeskanzlers, hat Kärnten in Aussicht gestellt, finanzielle Mittel aus dem Klimafonds für umweltfreundliche Energielösung zur Verfügung zu stellen.
  • Kritik an Klagenfurter Stadtwerken: GDKW als einziges Projekt. Keine Sicherheit. STW haben sich auf OK des GDKW verlassen und haben an keine Alternative zum GDKW gedacht!

Daten und Fakten:

Gruene Einwendungen und Fragen im UVP-Verfahren zum GDK Factsheet des Kärntner Landtags vom Oktober 2007

Wir fordern saubere Stromproduktion in Zeiten des Klimawandels! 8 Windräder auf der Koralm könnten sauberen Strom für 10.000 Haushalte liefern.

Diskussion

, 01.07.2009 11:04
Das Gas-Dampfkraftwerk soll NICHT in Ebenthal gebaut werden sondern im STADTGEBIET von Klagenfurt. Die meisten Einwohner von Klagenfurt kümmern sich eben gerade wegen dieser (bewussten?) Falschinformation durch die Medien und Politik nicht darum was da auf Kosten ihrer Gesundheit und Lebensqualität verbrochen wird! Bitte um Korrektur zumindest auf dieser Seite! Und ein Aufruf an alle die sich noch irgendwie politisch spüren: kommt am Montag, 6.7.2009 in großer Anzahl zum Beginn der öffentlichen UVP Verhandlung - informiert Euch was mit Euren Steuergeldern und Eurer Zukunft hier geplant ist - und vor allem der Zukunft Eurer Kinder !!!! Macht Euch selbst ein Bild wie die Klagenfurter Stadtpolitik auf Kosten Eurer Gesundheit Geld produzieren möchte um Ihre unqualifizierte Finanzpolitik einfach so weiter treiben zu können. Es geht den Politikern um die Einnahmen durch STROMVERKAUF/EXPORT, nicht um den Ersatz der veralteten Fernwärme-Dreckschleuder, die schon vor 10-20 Jahren ersetzt hätte werden müssen !!!! Datum: 06.07.2009 bis 09.07.2009 Einlass und Registrierung: ab 08:00 Uhr Verhandlungsbeginn: 09:30 Uhr Verhandlungsort: Messehalle 2, Messeplatz 1, 9021 Klagenfurt am Wörthersee Verhandlungsgegenstand: Genehmigungsvoraussetzungen gemäß § 17 UVP-G 2000 Kommt - ob Ihr dafür oder dagegen seit - zeigt, dass Ihr Interesse an Eurer Zukunft und vor allem der Eurer Kinder habt ! Stellt Eure persönlichen Fragen an die (hoffentlich!) anwesenden Gutachter und macht Euch Euer eigenes Bild - vertraut nicht den verunstalteten "Wahrheiten" der Medien und Politiker !!!! Hier der ("geheime") link zu den UVP Unterlagen: http://www.verwaltung.ktn.gv.at/142562_DE-
, 29.06.2009 09:11
Wenn ich es richtig verstanden habe, bestätigt das Umweltministerium die Kritikpunkte am Gasdampfkraftwerk Klagenfurt. Außerdem liegt es auf der Hand, dass ein GDKW in dieser Größe für Klagenfurt überdimensioniert ist. Zwar soll die überschüssige Energie verkauft, die Schadstoffe aber im Land bleiben. Sinnvolle Alternativen wie Ökostrom kommt langfristig billiger als der Strom aus dem GDKW und schafft mehr Arbeitsplätze in der Region. Leider ist die Wirtschaft nur an kurzfristigen Gewinnen interessiert. Was dabei herauskommmt, erleben wir jetzt. In Kärnten sind genug Rohstoffe vorhanden, um Biomassekraftwerke zu betreiben. Da bleibt das Geld und die Energie im Land und der Schmutz, der Nebel und die Schadstoffe bleiben aus.
Geben Sie Ihren Kommentar ein (Wiki-Syntax ist zugelassen):
 
fakten/gdwklagenfurt.txt · Zuletzt geändert: 27.07.2009 15:54 von Mittermüller Markus     Nach oben