Fakten zum Mega Gaskraftwerk Mellach II

Hier findet ihr kurz und bündig die wichtigsten Argumente, die gegen den Weiterbau des Gaskraftwerks Mellach II sprechen. Links zu den angeführten Dokumenten findet ihr am Ende dieser Seite.

Liste der Fakten

  • Mit dem Strom aus Mellach II kann man die steirischen Haushalte ca. zweimal mit Strom versorgen
    Lt. dem Informationsfolder des Verbundes zum GuD Kraftwerk Mellach werden in Mellach pro Jahr 5.000 GWh elektrischer Strom produziert (Infobroschüre zu Mellach, Seite 5 oben). Lt. dem steirischen Energieplan 2005-2015 verbrauchen die steirischen Haushalte ca. 3000 GWh (Energieplan2005.pdf, Kapitel 4, Seite 72)
  • Mit Mellach II werden pro Jahr ca. 2 Mio Tonnen CO2 produziert. Die enstehenden Kosten von ca. 80 Mio Euro (2020) JÄHRLICH für die CO2 Zertifikate werden die Stromkunden zu tragen haben. Dies ist jetzt schon absehbar. Der Verbund wird aber dann argumentieren es wäre nicht vorhersehbar gewesen und eben Markt-/EU-getrieben.
    Lt. der Interessensvereinigung Energiewendewirtschaft rechnet der VEÖ (Verband d. Elektrizitätswirtschaft Österreich) bereits 2013 mit Zertifikationskosten von 40 € / Tonne. Laut UVP Gutachten zu Mellach werden ca. 2 Mio. Tonnen CO<sub>2</sub> pro Jahr ausgestossen (UVP Gutachten des Landes Steiermark)
  • Während die Österreicher 2008 Rekordpreise für Öl und Gas zahlten, verdiente der Verbund ca. 700 Mio. Euro auf dem Rücken der Bürger.
    Lt. dem Geschäftsjahresbericht des Verbundes lag das Operative Ergebnis bei 1.138,6 Mio. € und das Konzernergebnis bei 686,6 Mio. €. Ach ja wer den Unterschied nicht kennt, willkommen in der Welt der Manager.
  • Die Fernwärme Graz benötigt auch in 20-30 Jahren ca. max. 100 MW, das ist weniger als 25% der Fernwärme die Mellach II produzieren wird.
    Die bereits in Betrieb befindliche Fernwärmeleitung von Mellach nach Graz ist bereits zu fast 100% ausgelastet. Weiters belegt eine Studie der Grazer Grünen (TODO Wer hat die Studie wirklich beauftragt, Link), dass der Fernwärmebedarf der Stadt Graz auch in 20 Jahren maximal 100 MW zusätzlich betragen wird. Also knapp einem Drittel der in Mellach II anfallenden Fernwärme.
  • Mit dem Geld für den Bau von Mellach II plus der dann unnötigen Fernwärmeleitung II könnte man 8-10% aller Haushalte (Wohnungen) der Steiermark mit 100%tiger Förderung thermisch sanieren. Damit das Klima schützen, in großer Zahl Arbeitsplätze (ca. 6000 für die nächsten Jahre) schaffen / absichern und den Menschen mehr Geld zum Leben geben.
    Das Kraftwerk Mellach II kostet uns Steuerzahler 550 Mio. €. Die geplante Fernwärmeleitung II wird mit der Übergabestation noch mal ca. 120 Mio. € kosten. Zusammen also 670 Mio. €. Bei Sanierungskosten von ca. 15.000 € pro Haus / Wohnung ergeben sich daraus ca. 40-45.000 Haushalte (von ca. 540.000 steirischen Haushalten) oder knapp 8-10% aller steirischen Haushalte.
  • Mit dem Geld für den Bau von Mellach II plus der dann unnötigen Fernwärmeleitung II könnte man fast 80.000 steirische Haushalte (Wohnungen) (dies sind ca. 15%) mit 100%tiger Förderung mit solarthermischer Warmwasserversorgung ausrüsten. Damit das Klima schützen, in großer Zahl Arbeitsplätze schaffen / absichern und den Menschen mehr Geld zum Leben geben.
    Mit denselben finanziellen Mitteln könnten man auch bei Installationskosten von max. ca. 10.000 € pro Solarthermie an die 80.000 Haushalte mit erneuerbarer Warmwasserversorgung ausstatten.
  • In Mellach II werden 600 MW Abwärme in die Mur bzw. die Luft verheizt. Dies entspricht der Leistung aller Verbundwasserkraftwerke in der Steirermark. Während also die Bürger aufgerufen werden energieeffizienter zu leben, baut der Verbund ein Gaskraftwerk mit einem Wirkungsgrad von knapp über 50% da keine Fernwärme genutzt werden kann.
    Die bereits in Betrieb befindliche Fernwärmeleitung von Mellach nach Graz ist bereits zu fast 100% ausgelastet. Weiters belegt eine Studie der Grazer Grünen (TODO Wer hat die Studie wirklich beauftragt, Link), dass der Fernwärmebedarf der Stadt Graz auch in 20 Jahren maximal 100 MW zusätzlich betragen wird. Also knapp einem Drittel der in Mellach II anfallenden Fernwärme.
  • Der Mellach II produzierte Strom wird lt. Aussage des Verbunds zu ca. 2/3 ins Ausland exportiert werden. Der Feinstaub und die Abgase verbleiben in der Steiermark, der Reibach beim Verbund.
    Diese Information erhielten wir auf dezidierte Nachfrage auf der Aktionärshauptversammlung des Verbundes im April 2009 von Hrn. Anzengruber persönlich.
  • Mit Mellach II verliert der Verbund sein Image eines sauberen Wasserkraftkonzerns. Der Verbund wird bis 2015 seine Stromerzeugung aus kalorischen Kraftwerken mehr als verdoppeln !
    Lt. Informationen des Verbundes wurden im Jahre 2008 4 Mrd. kWh aus Gas, Öl und Kohle produziert.Mit Mellach II wird diese Leistung verdoppelt. Mit Klagenfurt und möglichen weiteren Kooperationsprojekten kann man sogar von einer Verdreifachung sprechen.

Links

Diskussion

, 04.06.2010 03:59

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, 19.06.2009 00:38
Lieber Thomas, mein Kommentar zur Verwendung des Begriffs Reibach für Gewinn soll Dir in keiner Weise eine antisemitisch Haltung unterstellen, das war gewiss nicht gemeint. Gemeint war, dass wir alle durch Lehrer, Eltern Grosseltern, die vom Nationsozialismus mehr oder weniger geprägt worden sind, beeinflusst wurden und dass sich in der Sprache und im Denken und Fühlen davon etwas wiederfindet. Am Beispiel: Das Wort Gewinn, hat schon aus der sozialen Spannung zwischen arm und reich herrührend eine negative Konotation. Wenn man dafür das aus dem hebräischen stammende Synonym Reibach verwendet, kommt noch das antisemitische Sterotyp von der Verflechtung der Hochfinanz mit dem Bild des geschickt Handel treibenden Juden dazu. Und als dritter Punkt vielleicht auch noch der Link zur Gaunersprache, zum Rotwelsch, worin Reibach auch für einen auf kriminelle Weise erzielten Gewinn steht. Es kommt dann, so denke ich mir, ohne diese Dinge direkt zu meinen, zur Wahl diese Wortes, weil es weitere negative Verstärkungen transportiert, die in diesem Fall aus anderen Gründen erwünscht sind (Argumente Gegen Mellach II). Und genauso wirkt es dann auch beim Empfänger der Botschaft, nämlich dreifach negativ. Und das bestärkt dann als Nebenwirkung gewissermassen wieder die obigen Sterotype. Das meinte ich mit dem latenten Antisemitismus, der in unserer Gesellschaft bei uns allen noch vorhanden ist. Man sollte ihm entgegenwirken .... Zum Umgang mit Mellach, wenn es denn je gebaut werden sollte noch ein Kommentar: Du hast Recht, wenn Du sagst. "wenn was falsch ist, dann ist es eben falsch". So eine statische Betrachtungsweise ist aber bei einem Ding, das dann 30 Jahre dasteht, nicht angemessen. Da muss man dann das Beste draus machen und 30 Jahre sind eine lange Zeit. Da wird klugen Leuten dann schon was einfallen. Will sagen, wenn die Auseinandersetzung um den Bau verloren ist, folgt das Bemühen um eine gesellschafts- und energiepolitisch möglichst sinnvolle Nutzung. Und nach den Gesetzen der Aussagenlogik kann ja aus was Falschem durchaus was Richtiges folgen. Das zum Trost ...
, 18.06.2009 07:27
Lieber Eberhard, ich geb dir ja teilweise in deinen Argumenten recht, jedoch ein paar Klarstellungen von meiner Seite: Reibach ist nicht latent antisemitisch. Die Verwendung des Wortes Reibach ebenso wie z.B. Techtelmechtel oder Schnorrer qualifiziert mich NICHT zu einem Antisemiten. Wenn dir das nicht genügt, check www.lichterkette2009.at oder heute die Kleine Zeitung. Der Verbund hat 2008 700 Millionen Euro GEWINN gemacht und zwar auf Kosten der Steuer und Stromzahler. Die 2 Mio To CO2 wären nicht notwendig, wenn man statt auf Gas auf Biomasse, Solar, PV, Wind und auf VERNÜNFTIGE Dimensionierung setzen würde. Die Abwärme deckt den Grazer Bedarf dreimal, soviel Fernwärme kannst du gar nicht ausbauen... Un schlußendlich jetzt zu argumentieren, dass man Industrie ansiedeln solle um das Beste draus zu machen halte ich für vollkommen verkehrt und falsch. Deine Meinung ist also, man sollte wen mans nicht verhindern kann das beste draus zu machen. Das teile ich absolut nicht. Wenn etwas falsch ist, dann ist es falsch.
, 17.06.2009 23:54
Auch wenn ich die Einflussmöglichkeiten eher gering einschätze, will ich vorausschicken, dass ich ebenfalls Energiesparen besser finde als Kraftwerksbau und dass ich die Diskussion über Sinn und Unsinn von Mellach II prinzipiell gut finde, weil jede Art von mehr Bürgerbeteiligung in Zeiten von EU-Wahlbeteiligungen < 50 was Positives ist. Allerdings sind mir bei den "Fakten zu Mellach II" Ungereimtheiten aufgefallen, die der Vertrauenswürdigkeit der Webseite nicht grade förderlich sind. Erstens ist da davon die Rede, dass der Verbund den Reibach macht und der Feinstaub und die Abgase in der Steiermark bleiben. Das wäre fast der blauen Konkurrenz würdig, wenn man sich überlegt, wieviel Feinstaub wohl im Gas drin sein mag (nämlich fast keiner) und wenn man durch die Wahl des jiddischen Wortes Reibach noch ganz dezent den latenten Antisemitismus angesprochen sieht, der hierzulande gang und gäbe ist. Weiss schon, dass dies nicht beabsichtigt ist, wirkt aber trotzdem so ... Zweitens wird von nicht berücksichtigten 2 Mio. to CO2 gesprochen. Dazu ergibt sich aus der ebenfalls zitierten Quelle Steirischer Energieplan 2005 dass dafür 1.8 Mio to CO2 mittels Stillegung und in die Reserve fahren von alten bestehenden Kraftwerken durch Mellach II eingespart werden können. Da gleichzeitig das 2- bis 3-fache an Strom erzeugt wird, scheint mir das dann eher eine gewaltige Verbesserung im CO2-Ausstoss zu sein, wenn man ihn auf die elektrische Leistung umlegt. Trotzdem ist natürlich richtig, dass der CO2-Ausstoss ansteigt, aber eben sofern das Obige stimmt, nicht um 2 Mio to, sondern um nur 0.2 Mio to, was nurmehr ein Zehntel der genannten Menge ist (!!!???). Nachrichten sind bekanntlich Agitation durch entsprechend ausgewählte Fakten (Zitat nach TASS Direktor Pulganov 1958), was aber auch eher keine grüne Strategie ist ... Da man vermutlich Mellach II nicht wird verhindern können, scheint es mir besser statt mit teiweise fragwürdigen Argumenten dagegen zu kämpfen, das Beste draus zu machen. Das heisst zum Beispiel in den nächsten Jahren den Ausbau der Fernwärmenutzung im Umkreis von Mellach voranzutreiben, um einen möglichst guten Wirkungsgrad via Kraft-Wärmekopplung zu erreichen. Weiter sollte man sich um Industrieansiedlung um das Kraftwerlk bemühen, der man günstig Prozesswärme zur Verfügung stellen kann, was den Gesamtwirkungsgrad weiter erhöht. Im Prinzip könnte also neben Mellach eine Fabrik für Photovoltaikanlagen oder sonstige regenerative Enegiegewinnungsanlagen stehen, die mittels fossiler Energie den Übergang in die Solartechnologie bewerkstelligen hilft.
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fakten/mellach.txt · Zuletzt geändert: 06.05.2009 16:18 von Eitzenberger Thomas     Nach oben